Wie man sich im Wald verhält

Wenn Sie sich in der Natur aufhalten, ist es wichtig, auf Vorsorge zu achten und sich verantwortungsbewusst zu verhalten. Durch die Einhaltung einfacher Grundsätze können Sie das Risiko einer Begegnung mit einem Bären erheblich verringern. Es ist zudem die wirksamste Form der Vorsorge und die Grundlage für ein sicheres Aufhalten in Gebieten, in denen Braunbären vorkommen.

  • Planen Sie die Dauer Ihrer Wanderung. Vermeiden Sie Aktivitäten in der Morgen- und Abenddämmerung sowie nachts, wenn Bären am aktivsten sind.
  • Machen Sie auf sich aufmerksam. Unterhalten Sie sich, singen Sie oder klatschen Sie gelegentlich in die Hände – ein Bär wird Ihnen lieber aus dem Weg gehen, wenn er von Ihrer Anwesenheit weiß.
  • Halten Sie sich an die markierten Wege. Das Verlassen der Wege erhöht das Risiko, von einem Tier überrascht zu werden.
  • In einer Gruppe ist es sicherer. Eine größere Gruppe von Menschen wirkt abschreckend.
  • Halten Sie Ihren Hund immer an der Leine. Ein frei herumlaufender Hund kann einen Bären provozieren und ihn zu Ihnen locken.
  • Hinterlassen Sie keine Essensreste. Abfälle und Gerüche locken Wildtiere an und erhöhen das Risiko eines Konflikts.
  • Achten Sie auf Anzeichen für die Anwesenheit von Bären. Frische Spuren, Kot, aufgewühlte Ameisenhaufen oder zerkratzte Bäume deuten auf die Anwesenheit eines Bären hin.
  • Seien Sie in dichter Vegetation, in der Nähe von Gewässern und in unübersichtlichem Gelände besonders vorsichtig. An diesen Orten kann es zu einer plötzlichen Begegnung kommen.
  • Meiden Sie verendete Tiere und Futterfunde. Ein Bär kann sein Futter aggressiv verteidigen.
  • Jungtiere sind kein Spielzeug. Wenn Sie ein Bärenjunges sehen, verlassen Sie den Ort sofort – in der Nähe befindet sich eine Bärin.
  • Seien Sie besonders vorsichtig bei Bachrauschen oder starkem Wind. Die Geräusche können Ihre Anwesenheit übertönen.
  • Wenn Sie einen Bären entdecken, bewahren Sie Ruhe. Laufen Sie nicht weg, lassen Sie ihm Raum zum Rückzug und entfernen Sie sich langsam.
  • Sie müssen das ganze Jahr über wachsam sein, auch im Winter. Bären sind auch in den Wintermonaten aktiv.

Nähern Sie sich niemals einem Bären und versuchen Sie auch nicht, ihn aus nächster Nähe zu fotografieren.

Bevor Sie den Wald betreten, sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit für die Vorbereitung nehmen.

  • Informieren Sie sich über die aktuelle Lage in der Region. Vergewissern Sie sich, ob in der betreffenden Gegend Bären gesichtet wurden oder andere Einschränkungen bestehen.
  • Nehmen Sie ein aufgeladenes Mobiltelefon mit.
  • Speichern Sie die Telefonnummer des zuständigen Einsatzteams.
  • Laden Sie die App des Bergrettungsdienstes herunter.
  • Nehmen Sie Bärenspray mit und halten Sie es immer griffbereit. Bewahren Sie es nicht in Ihrem Rucksack auf.
  • Bewegen Sie sich nicht alleine in Risikogebieten, sondern bevorzugen Sie das Wandern in der Gruppe.
  • Betreten Sie keine Gebiete, in denen von einem Aufenthalt abgeraten wird – diese sind durch Informations- und Warnschilder gekennzeichnet, die gleichzeitig darauf hinweisen, dass der betreffende Ort mit Fotofallen überwacht wird.

  • Machen Sie ein bisschen Lärm – schon ein etwas lauteres Gespräch genügt.
  • Meiden Sie dichtes Gebüsch.
  • Hinterlassen Sie weder Müll noch Essensreste.
  • Nähern Sie sich keinen verendeten Tieren.
  • Behalten Sie Ihre Umgebung im Auge.

Eine Begegnung mit einem Bären ist eine unvorhersehbare Situation. Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren und die Situation richtig einzuschätzen. Reagieren Sie je nachdem, ob der Bär Sie bemerkt hat und in welcher Entfernung er sich befindet:

1. Augenkontakt aus der Ferne

Der Bär weiß noch nichts von Ihnen

  • Gehen Sie kein Risiko ein und versuchen Sie nicht, Fotos zu machen.
  • Kehren Sie leise und unauffällig auf demselben Weg zurück, auf dem Sie gekommen sind.
  • Lassen Sie ihm genügend Platz, damit er in Ruhe weggehen kann.

Der Bär hat Sie gemerkt

  • Sprechen Sie mit ihm, damit er versteht, dass er es mit einem Menschen zu tun hat und nicht mit einem anderen Bären oder einer Beute.
  • Weichen Sie langsam und gleichmäßig zurück, ohne plötzliche Bewegungen.
  • Schauen Sie ihm nicht direkt in die Augen, weil er dies als Bedrohung wahrnehmen könnte.
  • Wenn sich der Bär auf die Hinterbeine stellt, handelt es sich nicht um einen Angriff. Er verschafft sich lediglich mit Geruchssinn und Sehvermögen einen Überblick über die Situation.

2. Begegnung aus nächster Nähe

Im Moment geht es darum, zu zeigen, dass Sie keine Bedrohung darstellen und sich entfernen möchten.

  • Identifizieren Sie sich durch Ihre Stimme, damit er versteht, dass er mit einem Menschen zu tun hat und nicht mit einem anderen Bären oder einem Beutetier.
  • Vermeiden Sie Augenkontakt. Ein direkter Blick kann eine Abwehrreaktion auslösen.
  • Laufen Sie nicht weg. Das Weglaufen kann den Jagdinstinkt auslösen.
  • Drehen Sie sich nicht mit dem Rücken zum Tier, sondern gehen Sie langsam und kontrolliert rückwärts.
  • Ein Täuschungsausfall
    Ein Bär kann plötzlich auf Sie zulaufen, bleibt jedoch kurz vor Ihnen stehen, stampft mit den Pfoten oder knurrt und rennt dann weg. Das ist eine Warnung. Bleiben Sie ruhig und treten Sie zurück, sobald er sich entfernt hat.

3. Direkter Angriff

Wie lassen sich die Folgen minimieren?

Sollte es zu einem Angriff kommen, besteht das Ziel darin, lebenswichtige Organe zu schützen und den Bären davon zu überzeugen, dass Sie keine Bedrohung darstellen.

  • Verwenden Sie einen Abwehrspray, falls Sie einen haben.
    • Ideale Entfernung: 5 – 10 Meter
    • Zielen Sie leicht nach unten auf den Bereich um Augen und Nase, um einen Schutzschild zu bilden.
  • Nehmen Sie eine Verteidigungsposition ein
    • Legen Sie sich auf den Bauch.
    • Schützen Sie Ihren Nacken mit den Fingern und Ihr Gesicht mit den Ellbogen.
    • Ein Rucksack auf dem Rücken kann als Schutzschild dienen.
  • Bleiben Sie regungslos – „stellen Sie sich tot“
    • Wenn der Bär zu dem Schluss kommt, dass Sie keine Bedrohung darstellen, bricht er den Angriff in der Regel ab.
    • Bleiben Sie nach seinem Weggang noch einige Minuten lang regungslos liegen.

Das Abwehrspray dient dazu, aggressives Verhalten von Wildtieren zu unterbinden. Der Wirkstoff (Capsaicin) verursacht eine starke Reizung der Augen und der Atemwege, was zu einer vorübergehenden Sehbeeinträchtigung, Atembeschwerden und Desorientierung des Tieres führt. Dadurch wird der Angriff in der Regel unterbrochen und die Fähigkeit des Tieres, sein aggressives Verhalten fortzusetzen, eingeschränkt.

Betriebsanleitung und Handhabung:

  1. Verfügbarkeit: Bewahren Sie das Mittel an einem Ort auf, an dem es sofort einsatzbereit ist (in Reichweite).
  2. Aktivierung: Halten Sie den Behälter im Gefahrenfall fest in der Handfläche und lösen Sie mit dem Daumen die Sicherheitsverriegelung in Ihre Richtung.
  3. Ausrichtung: Richten Sie den Sprühstrahl in leichter Neigung auf den sich nähernden Bären, idealerweise aus einer Entfernung von mindestens 12 m.
  4. Anwendung: Erzeugen Sie durch kurzes und vollständiges Drücken des Auslösers eine Schutzbarriere in Form einer Aerosolwolke. Sollte das Tier nach dem Kontakt mit der Wolke weiterhin aggressiv sein, halten Sie den Auslöser kontinuierlich gedrückt und richten Sie den Strahl direkt auf den Kopf des Tieres. (Die Reichweite des Strahls beträgt je nach Wetterbedingungen 7–10 m. Bei vollständigem Durchdrücken des Auslösers beträgt die Gesamtwirkzeit etwa 6 Sekunden und mehr). Durch das Auftreffen des Reizgases auf den Zielbereich wird der Bär vorübergehend desorientiert (geblendet) und der Angriff abgewehrt, wodurch diese Maßnahme die notwendige Zeit verschafft, um die Gefahrenzone sicher zu verlassen.
  5. Verlassen des Raums: Nachdem die Gefahr abgewendet wurde, muss der Ort des Vorfalls einschließlich der weiteren Umgebung unverzüglich verlassen werden.

Sollte eine Person versehentlich mit Abwehrspray in Kontakt kommen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Verlassen Sie den betroffenen Bereich und begeben Sie sich an die frische Luft. Ziehen Sie kontaminierte Kleidung so schnell wie möglich aus, damit sich der Wirkstoff nicht weiter auf der Haut ausbreitet.
  • Reinigen Sie die Haut durch gründliches Abspülen mit lauwarmem Wasser und Seife über einen Zeitraum von etwa 10–15 Minuten. Dadurch werden Rückstände des Wirkstoffs entfernt.
  • Spülen Sie die Augen mit klarem Wasser aus. Reiben Sie sich nicht die Augen, um weitere Reizungen zu vermeiden. Am besten ist ein sanftes und längeres Ausspülen mit Wasser.
  • Zur Linderung der Symptome kann ein spezielles Dekontaminationsmittel verwendet werden, sofern verfügbar.
  • Suchen Sie ärztliche Hilfe auf, wenn die Reizungen der Augen oder der Haut oder die Atembeschwerden anhalten oder sich verschlimmern.

Lagerung und Entsorgung:

  1. Lagerung: Setzen Sie die Sprühdose keinen extremen Temperaturen (z. B. im Fahrzeug), keiner direkten Sonneneinstrahlung und keinem anhaltenden Frost aus.
  2. Sicherheit: Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  3. Überprüfung: Überprüfen Sie vor der Verwendung die Unversehrtheit der Verpackung und das Verfallsdatum.
  4. Entsorgung: Entsorgen Sie leere oder unbrauchbare Verpackungen gemäß den Vorschriften für die Entsorgung von Sondermüll.